Villa Belgrano, Iguazu und vieles mehr

Samstag, 13.10.2012

ich habe jetzt schon länger nichts mehr von mir hören lassen. Hier ist immer was los und es passiert so viel, dass es schwer ist alles was ich seit meinem letzten Eintrag erlebt habe zu erzählen, aber ich versuche es mal
ich treffe mich oft mit meinen deutschen Leuten hier in Bars, um was zu trinken und was zu essen, inzwischen haben wir auch welche von anderen Organisationen kennengelernt, der Kreis wird immer größer. Mit einigen verstehe ich mich gut, mit anderen sogar noch besser. Und auch hier im Apartment komme ich immer mehr an, das mit dem Spanisch klappt immer besser und ich habe inzwischen mit jedem hier geredet.

Am vorletzten Wochenende waren wir mit der Sprachschule erst in einem Schweizer Ort hier in Argentinien, der hieß La Cumbrecita. Dort waren alle Häuser nach schweizer Architektur gebaut und teils sogar mit deutschen Sprüchen versehen. Da sind wir zu dem Wasserfall "La Cascada" gewandert, wobei man das vielmehr klettern nennen konnte. Gut, ich war nicht so auf Klettern eingestellt und musste daher mit Handtsche über die Steine kraxeln. Ich war aber nicht die einzige. Danach sind wir nach Villa San Belgrano gefahren, das ist eine deutsche Stadt und da war gerade OKTOBERFEST, ja wirklich Oktoberfest. Es war allerdings das erste Wochenende und auch noch nachmittags also es war fast nichts los. War trotzdem mal ganz witzig zu sehen, was angeblich so typisch deutsch sein soll. Abends war hier dann noch der Geburtstag von einer aus dem Apartment. Alle durften mitfeiern und einige von ihren Freunden, die ich auch schon vom Asado am Wochenende vorher kannte, waren da. Es war ein schöner Abend, es wurde getanzt, die haben mir versucht Salsa beizubringen, aber nach "den einen Fuß nach vorne" hab ich nichts mehr hingekriegt. Am späten Abend haben einige noch gesungen, es sind echt ganz begabte Sänger hier, die auch sowas in der Art studieren. Die müssten mal zu Popstars und Co gehen.
Ja, dann die Woche war ganz normal. Ich hab mich das erste Mal mit meiner Wäsche abmühen müssen. Total toll, hier kann man nur kalt waschen, so kann wenigstens nichts einlaufen und die Waschmaschinen haben hier keinen Schleudergang, das heißt nach der Wäsche muss man die Sachen quasie einzelnd rausnehmen, also etwa 3 Socken und ein T-shirt, und dann muss man die nochmal in so eine extra Schleudermaschine packen. Da steht eine Schüssel vor, das wird geschleudert und man kann zugucken, wie das ganze Wasser rausläuft. Das ist ziemlich anstrengend, weil man sich auf dieses Schleuderding draufstützen muss, damit es nicht weghoppelt. das geht ganz schön in die Arme. Und es dauert halt ewig bis man fertig ist.

Einen Tag war in der Sprachschule Weinprobe, war auch wieder ganz witzig.Abends hab ich dann halt wieder viel mit den anderen Deutschen gemacht, wir haben vor allem unsere nächste Reise geplant. Es ging nämlich nach Iguazu Wir sind insgesamt zu neunt gefahren.Donnerstag Morgen ging es los, vollgepackt mit Reiserucksäcken und großem Handgepäck voller Essen und Trinken ging es mit dem Taxi erstmal zum Busbahnhof. Wir waren pünktlich, einige Argentinier alllerdings nicht, so mussten wir erstmal 1 1/2 Stunden warten bis wir loskonnten. Ja, die Fahrt war anfangs noch ganz lustig, um 12 haben wir in den Geburtstag von einer Schweizerin (die zähle ich auch immer zu uns deutschen) reingefeiert. Allerdings auf Dauer war es doch recht anstrengend. Es waren etwa 30 Stunden Busfahrt, das zieht sich dann doch ganz schön, vor allem wenn man um 6 Uhr morgens geweckt wird, um sich Jesuitenruinen anzugucken, das stand nämlich auch auf dem Programm. War zwar ganz interessant, aber die Motivation war zu dem Zeitpunkt noch nicht so groß. Nachmittags sind wir dann in unserem Hotel in Brasilien in Foz de Iguazu angekommen, haben geduscht, gegessen und haben dann nochmal richtig den Gueburtstag in einer Bar mit dem echten brasilianischen Caipirinhia gefeiert, mit recht viel Caipirinhia, der bei der Hitze natürlich nochmal besser gewirkt hat. Am nächsten Morgen waren wir also recht verkatert, als wir früh mit dem Bus auf die argentinische Seite der Iguazu-fälle gefahren sind. Und da musste man viel laufen, wir sind sicherlich 14 km bei 37 Grad gelaufen. Aber die Mühe hatte sich absolut gelohnt, denn der Blick auf die Wasserfälle war unglaublich. Es gab Stellen, da konnte man so nah dran gehen, dass man ganz nass geworden war, aber das war eine willkommene Abkühlung. Und es war sehr voll, die Iguazufälle sind halt einfach mal das touristischste was es hier gibt und die sind jetzt alle da gewesen, weil es wieder mal ein langes Wochenende war (etwa jedes zweite Wochenende ist hier anscheinend verlängert durch Feiertage, um den Tourismus anzukurbeln) und damit sie nicht noch später im Jahr, wenn es noch heißer ist, hin müssen. Es war aber einfach total überwältigend und wir haben uns schon auf den nächsten Tag auf der brasilianischen Seite gefreut, wo der Ausblick noch besser sein sollte. Abends haben wir dann beim Bäcker illegal Caipirinhia in Colaflaschen gekauft, weil die eigentlich ncihts verkaufen durften, weil man dort wegen irgendwelcher Wahlen 48 Stunden lang nichts trinken durfte. Wir haben uns aber auch etwas zurückgehalten an dem Abend und sind früh ins Bett. Auf der brasilianischen Seite haben wir eine Bootstour gemacht, das war eine ziemliche Actionfahrt durch diverse Stromschnellen und wir sind auch durch einige Wasserfälle gefahren und waren wirklich pitschnass, aber das ist alles schnell getrocknet, danach hat der wirklich atemberaubende Ausblick auf die ganze Breite der Iguazufälle auf uns gewartet. Ich werde in der nächsten Email einige Bilder mitschicken. Die Bilder können natürlich nicht das alles einfangen, was man in echt gesehen hat. Zeigen aber dennoch schon etwas von der schönen Landschaft. Die Niagarafälle sollen die größten Wasserfälle sein, der einzige Junge der mit war, hatte die schon gesehen und meinten die Iguazufälle wären insgesamt noch größer, weil es einfach so viele Wasserfälle sind. Am nächsten Morgen sind wir noch für einige Stunden in die Ciuduad del Este nach paraguay direkt an der Grenze gefahren, das war aber keine schöne Stadt. Das war eine typisch südamerikanische Stadt mit viel Armut und Schmutz und Hitze, da waren wir im zentrum von Foz de Iguazu und in Cordoba sowieso bisher ziemlich verwöhnt gewesen. Es war so heiß, uns wollten Leute ständig Socken, Elektroschocker (weil man ja auch gar keine Waffen mit nach Argentinien nehmen darf), Elektrorasierer und vor allem Decken (bei 40 grad sehe ich nämlich auch so aus als bräuchte ich dringend eine Decke) andrehen. Ich war froh, als wir wieder gefahren sind. Nachmittags haben wir uns dann noch die Mienen "las Minas de Wanda" angeguckt, wo Edelsteine abgebaut werden. Und dann ging es nach Hause, Dienstag am späten nachmittag sind wir dann endlich wieder hier in Cordoba angekommen, natürlich viel zu spät.... Eigentlich wollten wir noch in die Schule, aber das konnten wir dann auch vergessen, war aber nicht weiter dramatisch. Der Ausflug hat sich total gelohnt. Am Donnerstag hatte die Sprachschule einen Salsakurs angeboten, da haben wir mitgemacht, danach haben wir uns alle in einer Bar getroffen und danach sind 4 von uns in das Kulturzentrum gegangen, wo eine davon ein Praktikum macht und haben uns ein Theaterstück angeguckt. Wir haben natürlich längst nicht alles verstanden, war wohl auch eine ziemlich komplizierte Geschichte, die zudem noch sehr modern inszeniert wurde, hat aber trotzdem Spaß gemacht und war schön sowas mal anzugucken. Gestern Abend haben wir in den Geburtstag von einer weiteren Deutschen reingefeiert, gleich ist hier die Abschiedsfeier von einer der Deutschen aus dem Apartment, weil die morgen wieder nach Hause fliegt. Wie ihr seht ist hier also eine Menge los. Gerade eben ist Juliette mit dem heftigsten Sonnenbrand am ganzen Körper nach Hause gekommen, ja hier ist es nämlich warm, heute waren es 27 Grad. Komischerweise ist es in der Woche immer recht kühl und pünktlich zum Wochenende wird es immer sehr warm.

Insgesamt habe ich mich hier schon total gut eingelebt, ich habe meinen Sprachkurs verlängt, ab nächster Woche fängt trotzdem mein Unterrichten-Projekt an, ich kann beides gleichzeitig machen. Und die Zeit rast einfach total, kaum zu glauben, am Montag bin ich dann schon genau einen Monat von Zuhause weg. Wie schnell die Zeit vergeht. Ich nehme mir aber vor jetzt in Zukunft noch mehr mit den anderen aus meinem Apartment zu machen, um besser Spanisch zu lernen. Und wir wollen unbedingt einige Argentinier richtig kennenlernen, um mehr typisch argentinische Sachen zu machen. 

Reiten in den Sierras

Donnerstag, 27.09.2012

Sonntagabend saß ich hier im Apartment und hatte Hunger, weil ich durch die ganzen Verabredungen nicht so wirklich dazu gekommen bin richtig einkaufen zu gehen und hatte eigentlich nur noch Nudeln hier. Gerade wollte ich mir diese machen, da hörte ich, dass zur Verabschiedung eines Franzosen aus meinem Apartment Asado gemacht wurde. Asado, also Grillen, ist natürlich viel besser als Nudeln.... Es ist immer so, dass wenn es hier im Apartment Essen für alle gibt, man sich darauf einstellen kann, dass es vor 12 nichts gibt, aber das Warten lohnt sich gewöhnlich. Das Asado war so lecker, das Fleisch war gut gewürzt und der Grillmeister wusste was er tat, es war zart und saftig. Hier in Argentinien isst man eigentlich keine Soßen dazu, es gab Salat dazu und Wein und Fernet mit Cola. Fernet ist sowas wie Jägermeister. Scheckt ziemlich bitter und schmeckt nach hustensaft oder so. Aber gibt es auch noch minzegeschmack, das schmeckt dann noch so als hätte man zusätzlich listerina mit reingschüttet, aber die Argentinier stehen da ziemlich drauf.Es war ein ziemlich netter Abend, eigentlich wollte ich früh ins Bett, saß dann aber bis 4 Uhr morgens mit dabei. Eine aus unserem Apartment ist sowas wie eine Sängerin und hatte befreundete Sänger eingeladen. Die haben dann zusammen gesungen. Ich verstehe immer mehr von dem, was die sich hier auf Spanisch erzählen, viele sprechen aber auch noch Englisch mit mir.Am nächsten Tag, Montag war ein Feiertag, bin ich mit Ayla aus meinem Apartment zum Patio Olmos gelaufen. Da haben wir uns mit Kathi, Denise, Louisa und Nathalie getroffen. Da wurden wir von zwei Autos abgeholt und sind in die Sierras auf einen Hof gefahren. Das waren am Ende sehr abenteueliche Schotterstraßen, ich hatte zwischendurch Angst, dass das Auto umfällt. aber es wurde noch abenteuerlicher. Auf dem Hof angekommen, durften wir uns Hüte aussuchen und dann gings los. Ich musste als aller erste auf eines der Pferde steigen. War ein witziger Anblick, ich bin ja jetzt nicht so die erfahrene Reiterin. Als dann alle auf den Pferden saßen gings los und nach einiger Eingewöhnung konnte ich das Pferd auch ganz gut lenken, bzw. lief es einfach den anderen hinterher. Erst sind wir auf einer Schotterstraße geritten, doch dann ging es Querfeldein. Und plötzlich sind wir mit den Pferden am bergsteigen. Auf ganz schmalen Wegen mit ganz vielen losen Steinen. das Hochsteigen war noch ganz in Ordnung, beim Runtersteigen hatte ich aber doch etwas Angst, dass die Pferde fallen könnten und hatte die ganze Zeit die Bilder vom Pferdeflüsterer im Kopf. Aber es ist nichts passiert und es war so ein tolles Erlebnis, die Landschaft und der Ausblick waren gigantisch. Danach gab es da auf dem Hof noch Asado, die Gauchos da haben uns immer mehr Fleisch gebracht. Auch wieder total lecker. dann haben wir uns noch die Ziegen da angeguckt und sind dann noch mit den Autos auf einen Berg gefahren und haben uns da den Sonnenuntergang und den Ausblick über Cordoba angeguckt. Super schön. Der Guide war auch total nett und hat uns dann auf dem Rückweg erzählt, dass die roten Fahnen an der Straße zu Ehren von Gauchito Jill (oder so) da stehen, das ist so eine Art bürgerlicher Schutzheiliger der Argentinier. Der argentinische Robin Hood, der aber irgendwie noch cooler ist (mama, du musst das Buch lesen, das steht da auch alles drin).Und man hat wieder gesehen, dass Argentinien sehr politisch ist. An der Autobahn stand ein Schild, ein richtiges Straßenschild, auf dem stand "Los Malvinas son Arentinos" (Die Falklandinseln sind argentinisch).In der Schule läuft es auch gut, ich bin ziemlich gut. Mein Lehrer José hat heute angekündigt, dass ich wahrscheinlich in einen besseren Kurs komme, was bedeutet, dass ich dann ab nächster Woche wahrscheinlich morgens um 9 in die Schule muss. Schade, war eigentlich ganz schön auszuschlafen, wobei ich so natürlich mehr vom Tag habe.Gestern waren wir wieder im Jonny B.Good gewesen, ich lerne hier immer mehr Deutsche auch kennen. Mit einer aus Frankfurt treffe ich mich gleich noch, wir wollen zusammen in die Disko gehen. Und nächstes Wochenende wahrscheinlich zusammen nach Iguazu, das muss ich bloß noch mit der Schule abklären, weil ich dann Unterricht verpasse, ttrotz schon wieder langem Wochenende.Dieses Wochenende fahren wir vielleicht nach Villa Belgrano, das ist ein deutsches Dorf hier in der Nähe, da ist gerade Oktoberfest. das müssen wir uns mal angucken, wobei wir evtl. auch noch einen Ausflug mit der Sprachschule in eines kleines Dorf in den Bergen machen.Wie ihr sehr, hier ist viel Programm. Und ich nutze jede Gelegenheit irgendwohin zu kommen. Ich will hier möglichst viel sehen und mit anderen zusammen ist schöner und sicherer als alleine. 

French Food und wie kleine Hürden einem das Leben schwer machen können

Samstag, 22.09.2012

Am Dienstag hat Juliette, meine französische Zimmergenossin, für alle Leute aus dem Apartment französisch gekocht. Es gab Ratatouille mit sowas wie Geschnezeltem und dazu Rotwein. Ich hatte schon vorher fleißig in der Küche geholfen und hab etwa 30 Tomaten geschnitten und einige Möhren, was bei den stumpfen Messern gar nicht so einfach ist... das Essen war sehr lecker und es war viel los. dadurch, dass alle spanisch sprechen komm ich immer besser in die Sprache rein. Ich bin danach totmüde ins Bett gefallen, jaja der Wein... Ich habe mich inzwischen auch schon ganz gut eingelebt. Gestern Abend war ich mich einigen deutschen zusammen im Jonny B. Good. Das ist sowas wie das Hard Rock Cafe. Irgendwie war Promotiontag und darum gabs 2 Getränke zum Preis von einem. Die Kellnerin hat die Getränke aufgezählt, die zu dem Angebot gehörten: Mojito, Sangria und noch irgendwas. Wir haben uns für Sangria entschieden und bestellt. Einige Zeit später kam ein Kellner mit einem Tablett und da waren Mojitos drauf, wir sagten daraufhin, wir hätten Sangrias bestellt und dann kam raus, dass es da gar keinen Sangria gibt, wir hätten quasi Mojito sanjia oder sowas bestellt, Mojito mit Melonengeschmack oder so... war nicht so wirklich lecker. Einige von uns haben beschlossen, am Montag (es ist nämlich langes Wochenende, da Montag wegen des 200 Jährigem Irgendwas freit ist) zu den Sierras zu fahren mit reiten und Asado. Da bin ich ja mal gespannt. Ja, das war der schöne Teil und jetzt der etwas problematische... Gestern wollte ich schon mal Geld holen und war bei der Bank, wo ich letztes Mal Geld geholt habe, da kam kein Geld, sondern bloß eine Meldung auf Spanisch irgendwas mit Kredit 0,00 Pesos oder so. da hab ich mir noch nichts weiter bei gedacht sondern bloß, dass vielleicht kein Geld im Automaten war und weil die Bank so voll war und einige ohne Geld wieder gegangen sind, dachte ich, das ist normal so, hatte keine Lust zu warten und bin wieder gegangen.... Dann wollte ich heute Geld holen gehen, weil ich gestern Abend mein letztes Geld ausgegeben habe und mir schon was leihen musste und es ging wieder nicht. Ich bin zu mehreren Banken gegangen, nirgendwo ging es. Ich hatte schon Angst, ich benutze den falschen Pin, aber Philipp hat zu Hause extra nochmal nachgeguckt, der Pin stimmte. Inzwischen war Juliette wieder da, die wollte eigentlich zu den Igazu-Wasserfällen, ging aber nicht, weil sie auch Probleme mit ihrer Karte hatte. Ich bin erst mal in die Sprachschule gegangen, um da mal zu fragen, ob die wissen, was da los ist. Die meinten, ich solle mich mal bei der Bank erkundigen, ob sie meine Karte vielleicht gesperrt hätten, weil ich auf einmal aus dem Ausland abhebe und, dass sie deswegen denken, sie wäre mir geklaut worden. Dann haben sie mir erst mal Geld geliehen, damit ich was habe, um auch unsere Reise zu den Sierras zu bezahlen... Und damit ich mir essen kaufen kann und so. Die Kanadierin aus meinem Kurs hat dann allerdings erzählt, dass sie auch Probleme mit der Karte hatte und meinte, dass sie bei einer ganz bestimmten Bank funktioniert hätte... nach der Sprachschule war ich dann mit einem aus meinem Kurs im Handyladen, um endlich eine argentinische SIM-Karte zu holen. Das war auch eine Aktion, mit dem kleinen bisschen Englisch, das die Verkäufer konnten und dem noch kleineren bisschen Spanisch, das wir konnten. Aber mithilfe des google-Translators hat es irgendwie geklappt. Und es sind sogar ZWEI Verkäufer mit zum Kiosk gekommen, um uns zu zeigen, wie man eine Guthabenkarte kauft und dann haben sie noch unsere Handys aufgeladen. Witzige Sache war das... Und dann bin ich nochmal zur bank gegangen und da hat es dann aufeinmal geklappt mit dem Geld abheben, ganz komisch.... 

Das Wochenende über hab ich jetzt quasie sturmfrei in meinem Zimmer, weil Juliette jetzt wohl nach Mendoza fährt.... Und es kommt wohl noch eine Deutsche hier ins Apartment....

Mein Lehrer José aus der Sprachschule sieht übrigens ein bisschen so aus wie Mr. Bean, seit mir das aufgefallen ist, muss ich ihn mir immer mit dem Teddy im Arm und dem Truthahn auf dem Kopf vorstellen :D Heute haben ich das erste Mal Mate-Tee getrunken, ein bisschen bitter, aber mit Zucker schmeckt es ganz gut. Es ist halt irgendwie eine argentinisches Ritual, gefällt mir eigentlich ganz gut. Die Sprachschule war heute ganz verlassen, weil viele in Carlos Paz beim Día de los Estudiantes (Tag der Studenten). Da ist eine Art Spring Break Party anlässlich des Frühlingsanfangs heute. 

Hier gibt es übrigens kein richtiges Brot, nur so eine Art Toast und sowas wie Zwieback. Aber ich habe dulche de leche für mich entdeckt. Auf diesem Toastartigem Weißbrot schmeckt sie ziemlich gut. Sie schmeckt nach Karamell, so ein bisschen wie diese Kuhbonbons zu Hause, ist halt unendlich süß und wenn ich die zu Hause essen würde, würde sie wahrscheinlich ganz anders schmecken.

Hasta luego erst mal

eure Anna

Mission Essen und Geld holen erfüllt

Dienstag, 18.09.2012

Ich bin in mein Apartment von einem Mann gebracht worden. Der kam nämlich mit einem Schild, wo mein Name drauf stand zum Flughafen. Nachdem ich endlich jemanden erreicht hatte....

An der Tür holte mich dann der Hausvater ab, der sogar meinen immer noch in 200 Tüten eingepackten Rucksack hochtrug. Und im Apartment (das irgendwie mehr son Hostel ist) erfuhr ich dann, dass ich gar nicht so wie gedacht nur mit Deutschen zusammenlebe, sondern hauptsächlich mit welchen aus anders sprachigen Ländern. Hier verständigt man sich vor allem auf Spanisch, mit den eigenen Landsleuten auf der eigenen Sprache und für Blöde wie mich, die noch nicht so wirklich Spanisch können, redet man halt Englisch. 

Zwei deutsche Mädchen hab ich auch schon kennengelernt. Eine kommt auch noch, die ist bloß zur Zeit in Buenes Aires. Mein Zimmer teile ich mir mit einer Französin, die aber vor allem Spanisch redet oder auch Englisch. Die macht hier, wenn ich es richtig verstanden habe ein Übersetzerpraktikum. Das Zimmer ist ganz in Ordnung, es ist zwar nicht super groß, aber man hält sich eh kaum im Zimmer auf. Ich bin hier mit meinem Laptop zugangen, mache meine Spanischübungen und schlafe. Man muss hier immer das Licht anmachen, weil das Fenster zu einem Innenschacht rausgeht. Aber wenigstens überhaupt ein Fenster, es gibt auch Zimmer ohne. Hier sind mal einige Bilder, wie es hier so aussieht.   der Tisch Mein Bett Blick aus dem Fenster Das andere Bett die Betten

Sonst bin ich auch selbst unterwegs. Gestern musste ich erst um 9 Uhr zur Sprachschule, um so einen Einstfungstest zu machen. Danach wurde ich wieder weggeschickt, denn mein Kurs sollte erst um 14 Uhr anfangen. Um 13 Uhr musste ich dann wieder hin, zum Glück ist der Weg nicht weit, um bei so einer Einführungsrunde, wo wir über die Projekte und Argentinien insgesamt sprachen. Uns wurde erzählt, dass niemand zur Arbeit geht, wenn die Busse streiken (und das tun sie wohl oft, nicht so wie bei uns, wo wir trotz Busstreik irgendwie zu unseren Abiprüfungen mussten und auch sonst niemand so wirklich Rücksicht auf uns Busfahrer nimmt) oder wenn die Staßen, wegen irgendwelcher Demonstrationen versperrt ist, dann fahren ja auch keine Busse. Und hier wird wohl auch viel demonstriert für mehr Freiheit und so.

Jetzt hab ich jeden Tag von 14 bis 18 Uhr Sprachschule. Nachher das zweite Mal. Gestern bin ich danach losgelaufen, um erst eine Bank zu suchen. das war gar nicht so leicht. Hier gibt es unendlich viele Handyläden, aber nur wenig Banken, vor allem mit Geldautomaten. Und dann hab ich endlich eine gefunden, stand am Bankautomaten und hatte etwa 1000 Auswahlmöglichkeiten. Auf Spanisch versteht sich. Doch irgendwie hab ich mich da durchgewurschtelt, auf jeden Fall kam am Ende Geld raus. Und zwar das, was ich wollte. Als nächstes war ich dann endlich mal einkaufen. Also Wasser und Zahncreme. Gegessen hatte ich auch unterwegs. Auf kochen hatte ich nicht so Lust, außerdem musste ich mir erst mal angucken, wie das alles hier so abläuft. Hab gleich die Gelegenheit genutzt und hab den beiden deutschen Mädchen über die Schulter geguckt. Und ich lerne immer mehr Leute hier im Apartment kenne. Ich glaube es wohnen hier noch etwa 25 Leute, bisher konnte ich mir wenig Namen merken. Viele sprechen Spanisch mit mir und langsam fange ich an zu verstehen, was sie sagen. Naja, wenn sie langsam sprechen... 

Das sind im Moment so viele Eindrücke, dass ich gar nicht weiß, wo ich immer anfangen soll zu erzählen. Abends falle ich auch todmüde ins Bett. Theoretisch könnte ich ja ausschlafen, aber irgendwie war im schon um viertel vor 9 wach.... so kanns gehen....

Erst mal hasta luego

Eure Anna

Es kann ja auch nichts wie geplant laufen

Montag, 17.09.2012

Ja, am Samstag ging es los. Freitag hatte ich schon fertig gepackt und trotzdem war die Aufregung bis zur letzten Sekunde groß, sodass ich es doch nicht mehr geschafft habe mein Zimmer ordentlich für eventuelle Gäste, die da einquartiert dann einquartiert werden sollen, zu machen. Naja, passiert halt....

Dann bin ich mit Mama, Philipp und Tim zum Flughafen gefahren, wir hatten natürlich genug Zeit eingeplant (bzw. vielmehr Mama hat auch einen etwa fünf Jahre Stau eingeplant) und so hatten wir Zeit genug uns noch 20 Mal am Flughafen zu verfahren und mehrere Ehrenrunden zu drehen. Ist ja auch kompliziert, zu entscheiden, wo wir parken wollen. Haben dann doch endlich einen Parkplatz gefunden, mit dem wir zufrieden waren und haben dann alle samt den Hamburger Flughafen betreten. Doch gleich folgte der nächste der Schlag und der war nicht ohne. Wir dachten, checken wir mal schnell ein. war wohl nichts mit schnell. Erst kam der typ, der uns beim Online-Check-In helfen sollte nicht weiter und hat uns direkt zum Check-In-Schalter geschickt. Dort saß einer, der hatte etwa das Einfühlungsvermögen, den Elan und die Autorität meines letzten Chemielehrers. Zu allem Überfluss hieß er auch noch Martin. Das passte ja. Auf jeden Fall konnte er mit dem Reservierungscode auf meinem Ausdruck nichts anfangen (das Reisebüro meinte, die reservierung auszudrucken reicht), er bräuchte doch den Ticket-Code und wir sollen uns doch mit dem Reisebüro in Verbindung setzen. Das sagt der so einfach, ein Reisebüro samstagsnachmittags zu erreichen ist nicht möglich und so kam Mama auf die idee beim Infoschalter der entsprechenden Airlline zu fragen. Die hatten den benötigten Code in kürzester Zeit herausgefunden. Wir konnten wieder zu Martin, da fiel Mama aber ein, dass es doch Sinn macht, den Rucksack so mit Folie zum umwickeln, damit die ganzen Strippen und Strapsen nicht abreißen. Martin hatte uns nach unten geschickt. Unten war leider die Folie aus, so packte der verkäufer meinen Rucksack einfach in etwa 100 Plastiktüten und klebte mit Mama zusammen alles ordentlich fest. Der Rucksack sah danach aus wie eine Raupe in ihrmen Kokon oder wie eine Leiche in Plastiktüten. Wir mussten also wieder zum Check-in-Bereich, inzwischen waren wir schon bekannt, weil wir jedes Mal zu viert durchmarschiert sind, um ein Gepäckstück aufzugeben. Diesmal klappte alles. Noch ein Kaffee und dann stand der große Augenblick des Abschieds bevor, ich war sehr traurig, hab mir das Weinen aber zurückgehalten. Dafür fing ich dann richtig beim Start an. Die französischen Omas (war ja Air France) neben mir guckten schon komisch. 

Der Umstieg in Paris klappte erstaunlich gut, der Platz im Flugzeug war gut, aber auch schlecht. Irgendwie hatte ich den engsten Platz im ganzen Flugzeug (und wenn ich das sage, ist es wirklich eng!!) außerdem fehlte bei meinem Fensterplatz das Fenster. Ich hatte Sicht auf 2 Klos und den frei zur Verfügung stehenden Getränkewagen. Ob das ein Vor- oder Nachteil war, kann ich nicht sagen. Ich konnte wenigstens alles immer so abpassen, dass ich nicht anstehen musste, dafür immer Tür auf, Tür zu, Leute, die sich direkt vor meiner Nase unterhalten (meist auf Französisch) . Da kann man nicht so gut schlafen, dafür aber sehr viel Beinfreiheit....
In Santiago musste ich mich dann erst mal um ein neues Flugticket besorgen. da es sich um eine andere Airline handet bei dem letzten Stück konnten die das in Hamburg nicht ausdrucken. Ich stand eine geschlagene Stunde in der Schlange und mussten so unglaublich dringend aufs Klo. Wenigstens konnte ich mir fast sicher sein, dass mein Gepäck in Cordoba ankommt, nachdem ich etwa 20 Leute gefragt habe...
Der Flug war auch ein Abenteuer. Über die Anden, wo Schnee drauf lag, richtig heftiger Ausblick und dann über die Felder Argentiniens. Und dann über Cordoba, wir sind schon richtig tief geflogen, kein Flughafen weit und breit und ich hatte echt Angst, dass wir erst in der Stadt und dann auf einem Feld landen. Das Feld war aber doch ein Flughafen, sicherlich nicht größer als unser in Kiel. Während des Fluges (wie auch schon bei dem vorigen nach Santiago) musste man dann noch Visaanträge und Zollprotokolle ausfüllen. Ich war da definitiv zu blöd für... In Cordoba angekommen bin ich durch die Visastelle gekommen, hab meinen Rucksack in den 100 Tüten wiederbekommen und bin durch den Zoll gekommen. Alles ohne Probleme und hab mich gefreut, mich endlich ausruhen zu können. Nichts da. Die Organisaton (bzw. die richtigen leute) haben nicht mitbekommen, dass mein Flug umgebucht wurde. Also stand ich da erst mal ganz alleine und hab mein restliches Handyguthaben dafür genutzt, um mich um meine Abholung zu kümmern.

Hat auch geklappt, der Rest kommt morgen, jetzt bin ich zu müde.

Hasta mañana, eure Anna

jede Menge Vorbereitungen und Pläne

Freitag, 22.06.2012

Jaja, das ist meine schulfreie Zeit.... im Moment gehe ich viel feiern, schlafe lange und mache viele wilde Pläne in meinem Kopf.

Morgen werde ich mich mit meiner Mutter um ein spezielles Konto kümmern, das wir extra für Argentinien machen... man weiß ja nie, was so alles passieren kann, da sollte nicht so viel Geld drauf sein. Und eine Kreditkarte brauche ich auch!

Nach meinem Urlaub werde ich noch mit meiner Freundin Hannah zusammen einen internationalen Führerschein beantragen, das soll angeblich nicht so lange dauern und auch nicht soooo viel kosten. 

Mit Sarah war ich jetzt neulich mal bei der Studienberatung, um uns über die Bewerbungs- und Einschreibebedingungen zu informieren. Ist aber alles gar nicht so wild, ich hatte schon Angst, dass ich jetzt schon 200 Berwerbungen schreiben muss und dann 150 Absagen hinterher, nur damit mir an den Unis die Wartesemester angerechnet werden. Aber ich muss mich um den ganzen Studienkram erst nach Argentinien kümmern. Sehr beruhigend und vor allem sehr kostensparend. Allein, was eine beglaubigte Kopie vom Abizeugnis kostet... angeblich um die 5 Euro....

Und dann fange ich schon, mir Gedanken zu machen, wie meine Weiterreise nach meinen ganzen Programmen aussehen soll. Ich würde gerne den Karneval in Brasilien angucken, das ist ja nicht so weit und das würde zeitlich richtig gut passen. Wenn man schon mal in der Nähe ist..... Und ich habe echt beeindruckende Bilder von den Gletschern im Süden von Argentinien im Internet gesehen, da würde ich auch echt gerne hin. Und nach Buenos Aires will ich natürlich auch, das ist immerhin die größte Stadt in Argentinien und hat jede Menge zu bieten. Mal gucken, wie ich das finanziell alles hinkriegen, aber ich hab schon im Internet gesehen, dass Inlandsflüge nicht soo teuer sein sollen und Hotels auch nicht. 

Und langsam muss ich mir echt mal überlegen, was ich alles mitnehmen will. Ich darf glaub ich nur 23 kg Gepäck und 8 kg Handgepäck mitnehmen und das muss für ein halbes Jahr und alle meine Eskapaden reichen. Nehme ich eine Winterjacke mit, da ich ja zu den Gletschern will oder guck ich, ob ich mir da was leihen oder günstig kaufen kann? Das will alles geplant sein....

Auch hier muss so viel noch gemacht werden. Ein Ausstand von meinem ehemaigen Job bin ich meinen Ex-Kolleginnen noch schuldig, auch mehrere Abschiedsfeiern, von denen morgen eine stattfindet. Es müssen noch viele viele Erinnerungsfotos gemacht und viele Grüße für mein Andenkenbuch gesammelt werden... 84 Tage hab ich ja noch Zeit :)

in 100 Tagen gehts los

Donnerstag, 07.06.2012

Wie schnell einfach mal die Zeit vergeht. Jetzt sind es nur noch 3 Monate und 8 Tage bis ich meiner Familie und meinen Freunden Lebewohl sagen muss und in Hamburg in mein Flugzeug einsteige. Ich kann es mir gar nicht vorstellen, dass es bald schon soweit ist. 

Und immer noch muss ich soviel vorher regeln. Jetzt ist erst mal unser Abiball am Samstag und die Woche drauf Sarahs und meine Abschiedsfeier. Im Juli bin ich erst in Helsinki und dann in Spanien. Was für ein Stress :D

Wir haben Abitur, wir haben Abi-Abitur

Dienstag, 22.05.2012

So endlich ist es soweit, die erste Hürde habe ich schon überwunden! Mein Abi ist schonmal safe und das noch nicht einmal unbedingt schlecht, auch wenn ich heute in der mündlichen Prüfung einfach mal richtig aufgeregt war und auch leider nicht ganz so sinnvolle Sachen gesagt habe, habe ich dennoch mein Ziel von 1,9 erreicht :) Juhu, juhu, juhuuuuu :)

Ich möchte nie wieder so aufgeregt sein, ich habe nur gezittert vor der Prüfung und während der Prüfung wahrscheinlich auch. War aber auch meine erste mündliche Prüfung. Und jetzt muss so viel geregelt und geklärt werden. Ich weiß gar nicht, ob ich mich jetzt irgendwie arbeitssuchend melden muss. Das werde ich morgen mal in der Schule mit meinem Oberstufenleiter absprechen, wenn ich für meine Freunde als seelischer Beistand dabei bin. Und natürlich muss auch für Argentinien mega viel noch organisiert werden. Kindergeld und so weiter und so fort.

Außerdem gibts ja noch den Abistreich, die Entlassungsfeier und den Abiball.... mir wird also nicht langweilig werden, auch wenn ich nicht mehr in der Schule bin :D Auch wenn einige, wie zum Beispiel meine Mutter denken......

Ach nein, ich genieße jetzt einfach die freie Zeit. Ich werde sie nutzen, um noch eine Menge mit meinen Freunden zu machen, meine Familie überall in Deutschland zu besuchen und natürlich um feiern zu gehen. Das wird eine gute Zeit, auch wenn ich schon ein bisschen wehmütig bei dem Gedanken daran, dass die Schule jetzt völlig vorbei ist, werde.....

Ich bin schon so gespannt, wie die nächsten Tage, Wochen und Monate werden. Und es ist ja auch nicht mehr lange bis Argentinien, vorher fahre ich noch mit meiner Familie und meiner Wahlfamilie nach Helsinki und mit Sarah nach Spanien :) Ich freue mich schon sehr!!

Erster Eintrag

Donnerstag, 19.04.2012

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.